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Apulien auf den ersten Blick

Eine kleine Einführung zur Vielfalt der Region

Architektonische Vielfalt
Architektonische Vielfalt

Die Region Apulien

Die Region Apulien überrascht für ihre Schönheit der Landschaft und ihren historischen, architektonischen und artistischen Reichtum: von normannischen Burgen über Festungen der Hohenstaufer, von mittelalterlichen Trulli-Gebäuden zu romanischen Kirchen und Abteien. Oder die kargen Landschaften voller Olivenbäumen, zwischen denen befestigte weiß gestrichene Bauernhöfe (die bekannten Masserien) hervorstechen. Und schließlich eine Küste von über 810 Kilometern Länge, die vom Gargano bis in den Stiefelabsatz reicht, an dem bei Santa Maria di Leuca das Jonische und das Adriatische Meer zusammenfließen.

Apulien ist die längste Region Italiens, mit über 810 Kilometer Küste. Der größte Teil der Region ist eben oder nur leicht hügelig, nur im Norden (Gargano) wird die Landschaft gebirgig.

Das Landesinnere
– Im Norden liegt der Nationalpark des Gargano, mit einer reichen Vegetation, die von dichten Wäldern bis zu einer mediterranen Macchia reicht. Er geht in den so genannten “Tavoliere” über, eine von Ackerbau und Landwirtschaft geprägte Zone, dessen Zentrum die Städte Cerignola, San Severo und Foggia bilden.

– Es folgt die Hochebene “Murge”, die ein abwechslungsreiches Panorama bietet und die Provinzen Bari und Barletta-Andria-Trani umfasst und sich im Süden bis nach Brindisi ausdehnt. Entlang der Küste finden sich eine große Anzahl an Kathedralen, Burgen und Landschaften.

– Nun gelangt man in das Itria-Tal, den südlichen Teil der Murge, die die Provinzen Brindisi. Bari und Taranto umfasst und das vor allem durch Olivenbäume, Masserien und Trulli (besonders bei Alberobello und Locorotondo) bei Touristen beliebt ist.

Die Adriatische Küste
– im Norden liegt das Archipel der Tremiti-Inseln, ein Naturparadies mit herrlichen Grotten und einer einmaligen Unterwasserwelt, aber auch die felsige und faszinierende Küstenlandschaft des Vorgebirges des Gargano mit den schönen Städten Peschici, Vieste, Rodi Gargano und Vico del Gargano.

– zwischen den Provinzen von Foggia und Bari mit den historisch wichtigen Städten Barletta, Trani und Margherita di Savoia (bekannt für ihre Thermalbäder) trifft man auf architektonische Spuren des Staufers Friedrich II. In Bari zum Beispiel sollten die Basilika San Nicola und das normannische Kastell besucht werden. Nur 40 Kilometer von Bari entfernt liegt das größte unterirdische Höhlensystem, die Grotten von Castellana. An der Küste liegen die schönen Städte Mola di Bari und Polignano.

– südlich von Monopoli ist die Küste bis nach Otranto von feinen Sandstränden gesäumt. Hier trifft man auf die weiße Stadt Ostuni, die WWF-Oase Torre Guaceto und auf die Hafenstadt Brindisi. Hier beginnt die Halbinsel Salento, die sich bis nach Santa Maria di Leuca zieht. An diesem Küstenabschnitt wechseln sich feinsandige Strände mit felsigen Abschnitten mit Grotten ab, wie etwa bei der Thermalstadt Santa Cesarea und bei Castro, wo die Zinzulusa-Grotte liegt. Im Landesinnern befindet sich die Barockstadt Lecce und das ebenfalls barocke Nardò.

Die Jonische Küste
Die Strände im Westen des Salento halten problemlos einem Vergleich mit den Maldiven stand! In Richtung Norden liegen Gallipoli und Porto Cesareo, bis man nach Taranto gelangt.

Wichtige Veranstaltungen
Der Karneval von Putignano
San Nicola, Patronatsfest in Bari (Mai)
Rally im Salento (Mai-Juni)
Festival della Taranta, Folklorefestival (August)
Fiera dei Pupi in Lecce (Messe für weihnachtliche Traditionsarbeiten)

Typische Mitbringsel
Fischietti aus Rutigliano (Glückbringende, pfeifende Objekte)
Castagnette aus dem Salent (ähnlich den spanischen Kastagnetten)
Typische landwirtschaftliche Produkte (Käse, Wurst, Pasta, Olivenöl)

Das sollte man tun

Für Tanzbegeisterte:
Einen Tanzkurs der typischen Tänze wie der Pizzica besuchen (Lecce, Salent)

Für Weinliebhaber:
das Weinmuseum in Salice Salentino besuchen, an Weinproben teilnehmen, Weinkeller wie in Manduria (Primitivo), in Salice Salentino (Negroamaro) oder in Troia (Nero) besuchen

Für Handwerklich Begabte:
Pappmaché-Figuren in Lecce herstellen; Keramikarbeiten in Grottaglie.

Für Wasserfans:
Snorkeling bei Porto Cesareo, Paragliding in Torre Chianca (Lecce), Windsurf im Gargano.

Wanderregionen in Apulien

Im äußersten Südosten Italiens gelegen, bildet Apulien, auch „Le Puglie“ genannt, den Absatz des italienischen Stiefels. Landschaftlich zählt Apulien zu den flachsten Regionen Italiens. Tatsächlich prägen vor allem sanfte Hügellandschaften sowie fruchtbare Ebenen mit weitläufigen Getreidefeldern, Weinanbaugebieten sowie Mandel- und Olivenhainen weite Teile der Region.

Für ausgedehnte Wanderungen eignen sich vor allem die Halbinseln Gargano und Salento. Die Halbinsel Gargano befindet sich im Norden Apuliens in der Provinz Foggia und wird gern als Spore des Italien-Stiefels bezeichnet. Sie wie auch die fünf vorgelagerten Tremiti-Inseln stehen unter strengem Naturschutz und bieten zahlreiche Endeckungs- und Erholungsmöglichkeiten inmitten einer sehr reizvollen Naturlandschaft.

Denn der Parco nazionale del Gargano beherbergt mit dem Foresta Umbra einen der letzten Urwälder Italiens und Europas. In diesem Waldgebiet reihen sich jahrhundertealte Buchen, Eichen und Ahornbäume dicht aneinander und bilden den Lebensraum für viele Wildtiere und zahlreiche Pflanzenarten, darunter sogar über 80 der in Europa beheimateten Orchideenarten. Um besonders seltene Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu schützen, sind einige Bereiche des Foresta Umbra für Besucher gesperrt, was dem Wandervergnügen jedoch keinerlei Abbruch tut.

Denn schließlich hat der Nationalpark Gargano neben weitläufigen Ebenen und einigen Sumpfgebieten auch eine beeindruckende Küstenlandschaft zu bieten. Aus dem türkisfarbenen Meer erheben sich weiße Steilklippen, auf denen uralte Pinienwälder wachsen. Wunderschöne Dünenstrände, geheimnisvolle Höhlen und Grotten sowie einige beeindruckende Torbögen, die Wind und Wetter in den Fels geschliffen haben, bereichern das eindrucksvolle Naturerlebnis zusätzlich.

Schließlich lohnt sich gerade in den heißen Sommermonaten auch ein Besuch der Tremiti-Inseln. Vor allem die Insel Capraia mit ihrer unberührten Naturlandschaft sowie San Nicola mit ihren Kulturschätzen und San Domino mit ihrem herrlichen Sandstrand und den vielen Gaststätten sind für Einheimische wie auch Gäste beliebte Ausflugsziele.

Ein landschaftlich wie auch kulturell interessantes Wandergebiet ist der Nationalpark Alta Murgia. Der größte Teil von ihm erstreckt sich auf die Provinz Bari, aber auch die Provinzen Andria, Barletta und Trani werden von ihm berührt. Landschaftlich präsentiert sich die Alta Murgia einerseits als weitläufige grüne Hügellandschaft, die dank unterirdischer Wasserläufe sehr fruchtbar ist.

In anderen Gebieten der Alta Murgia dominiert derweil eine felsiges Karstland, in dem sich über die Jahrhunderte zahlreiche Grotten bildeten, darunter auch die Castellana-Grotten. In der Nachbarregion Basilikata befindet sich sogar die Höhlenstadt Matera, deren Altstadt teilweise aus in Höhlen erbauten Siedlungen besteht, die wiederum zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

In der Provinz Bari können Wanderfreunde im Übrigen noch eine weitere architektonische Besonderheit Apuliens entdecken, nämlich die Trulli. Hierbei handelt es sich um meist runde, weiß getünchte Steinhäuser, die ohne Mörtel aus großen Bruchsteinen errichtet wurden. Besonders markant sind ihre Dächer aus grauen Steinziegeln, die sich kegelförmig nach oben verjüngen und meist einen kugelförmigen Schlusstein haben. Besucher können einzelne solcher Rundhäuser hie und da entdecken; eine ganze Trulli-Siedlung heißt sie in Alberobello willkommen.

Die Halbinsel Salento schließlich, der Stiefelabsatz, ist von der Landwirtschaft geprägt, weiß aber auch mit beeindruckenden Städten und Bauwerken sowie eine abwechslungsreichen Küstenlandschaft zu begeistern. Steile Felsklippen und weitläufige Strände sowie die dahinter liegenden Pinienwälder und Olivenplantagen laden zu romantischen Spaziergängen und Radtouren ein.

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