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Friedrich II. Hohenstaufen – das Kind Apuliens

FRIEDRICH II. (1194-1250) – DAS “PUER APULIAE”

Castel del Monte - Detail
Castel del Monte – Detail

Friedrich II. ist für viele Menschen nur einer der vielen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Vielleicht ist auch geläufig, dass er der Enkel von Friedrich I., genannt “Barbarossa”, war.
Für Apulien ist Friedrich II. jedoch eine der berühmtesten und wichtigsten historischen Persönlichkeiten in seiner Geschichte, da dank ihm Apulien Zentrum seines halb Europa umfassenden Reiches wurde. Zahlreiche Burgen und Paläste wurden auf seinen Anlass gebaut, Städte gegründet oder bestehende Ortschaften mit Privilegien ausgestattet und mit Repräsentationsbauten geschmückt. Für Apulien bedeutet die Regierungszeit Friedrich II. ein “Goldenes Zeitalter”. Aber auch für Italien ist er der berühmteste Herrscher des Mittelalters. Eine Art Messias für die einen, der Antichrist für die anderen. Sein Lebensweg war der eines Bürgers des modernen Europas: deutsche Vorfahren, in Ancona geboren, in Sizilien aufgewachsen, lebte er zwischen Nord- und Südeuropa mit dem Wunsch, die so verschiedenen Realitäten zu vereinen.
Das „Staunen der Welt“ für seine Zeitgenossen, ein Rätsel für die Historiker – Friedrich II. beschäftigt auch fast 800 Jahre nach seinem Tod viele Wissenschaftler.
Auch wenn Friedrich das Herzogtum Apulien erst im Jahre 1221 zum ersten Mal betrat, verbrachte er doch von nun an den größten Teil seines restlichen Lebens in dieser Region, um sich von seinen Reisen oder Feldzügen auszuruhen, neue Gesetze oder Kriegszüge vorzubereiten oder um einfach dem aufwendigen Hofleben in Palermo zu entkommen und sich auf der Jagd in den reichen Wäldern des Gargano oder bei philosophischen Gesprächen mit Juden und Arabern auf einer seiner vielen Burgen zu entspannen. Apulien wurde seine neue Heimat, wohin er jedes Jahr zurückkehrte. Von hier aus brach er zu seinem Kreuzzug nach Jerusalem auf, zu seinen Kämpfen gegen den Papst, gegen aufständische Städte im Norden Italiens und zu seinen Besuchen im Deutschen Reich. Hier erholte er sich von den ständigen Reisen und Kämpfen und hierher zog er sich schließlich zurück, um sein tatenreiches Leben zu beenden. Dank der “Regesta Imperii”, einem Archiv mit über 10.000 Dokumenten, die von dem deutschen Diplomaten Friedrich Böhmer gesammelt wurden und bis zum heutigen Tag erhalten sind, kann man anhand der mit Ort und Datum  von Friedrich II. persönlich unterzeichneten Dokumente bis auf den Tag genau die Aufenthaltsorte und die Reisen des Kaisers nachvollziehen.

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