Home / Kultur / Lecce

Lecce

Ein Stadtrundgang in Lecce

Lecce - Detail der Fassade von Santa Croce
Lecce – Detail der Fassade von Santa Croce

Die wohlhabende Stadt avancierte im 17. Jahrhundert zur Barockmetropole Süditaliens. Das historische Stadtzentrum fasziniert durch seinen einzigartigen Charme, in dem mehr als 30 Kirchen, ehemalige Abteien und unzählige Adelspaläste darauf warten, entdeckt zu werden.

 

Erste Informationen zur Barockstadt Lecce 
Lecce, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Lecce, hat heute ca. 100.000 Einwohner und liegt zentral im Nordteil des Stiefelhackens. Dank ihrer Universität (ca. 25.000 Studenten) und einer recht gut funktionierenden Wirtschaft ist die Stadt eine der wohlhabendsten Apuliens und bietet das ganze Jahr über ein sehr lebhaftes und geschäftiges Bild. Dank ihrer Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert ist die Stadt eine der schönsten Barockzentren Italiens, die jährlich zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland anlockt, wobei sie ihren typisch südländischen Lebensstil beibehalten hat und stolz auf ihre Kultur und Vergangenheit veweist.

Stadtrundgang – die Sehenswürdigkeiten der Stadt
Um Lecce kennen zu lernen, beginnt man am besten mit einem Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt, in der Sie an jeder Ecke auf Zeugnisse der Glanzzeit der Stadt stossen – barocke Kirchen, Abteien, Paläste, einfache Häuser mit reich verzierten Balkonen… Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

 

Lecce – von Porta Napoli zum Domplatz
Betreten Sie die Altstadt über Porta Napoli (bekannt auch als Triumphbogen), eines der vier Stadttore, das im Jahre 1548 ausgebaut wurde und dem spanischen König und Kaiser des Hl. Römischen Reiches Karl V. (1500-1558) gewidmet wurde. Der Kaiser hatte die ganze Stadt mit festen Mauern bzw. mit einer Burg befestigen lassen, damit sie vor den ständig einfallenden Türken geschützt wurde. Über dieses prächtige Stadttor gelangen Sie in das historische Stadtzentrum der Stadt, indem sie rechts in eine der wichtigsten Straßen der ganzen Stadt  abbiegen, die dem örtlichen Schriftsteller der Aufklärung Giuseppe Palmieri gewidmet ist. Wenn Sie diese Straße entlang gehen, werden Sie auf der linken Seite das  “Schatzkästchen” von Lecce entdecken: das Teatro Paisiello, ein Theater, das in nur zwei Monaten erbaut und 1759 als „Neues Theater“ eröffnet wurde. Es gehörte später der Gemeinde und wurde ausgebaut bzw. verschönert. Das heute sichtbare Theater, das dem berühmten Musiker Giovanni Paisiello (1740-1816) aus Taranto gewidmet ist, wurde 1871 eröffnet. Im Foyer befindet sich ein besonders wertvolles Musikinstrument: ein golden beschlagenes Klavier, das dem berühmten, aus Lecce stammenden Tenorsänger Tito Schipa (1888-1965) gehörte.
In der Nähe des “Teatro Paisiello” finden sie den eleganten Palmieri-Palast, der aus dem 16. Jahrhundert stammt und im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. Das Außenportal hat einen katalanischen-Durazzo Stil, die Fassade ist reich an Balkonen und die Treppe ist leuchtend und effektvoll. Es handelt sich um einen geschichtlich bedeutungsvollen Palast, weil sich hier im Jahre 1807 Giuseppe Bonaparte und im Jahre 1813 Gioachino Murat aufhielten (letztere hinterließ seine Unterschrift auf einem Spiegel, auf dem er sie mit seinem Diamantenring eingravierte). In dem daneben liegenden Garten kann man einen antiken, mit Skulpturen, Blumen- und Tierdekorationen geschmückten unterirdischen Raum bewundern, der nicht genau zu datieren ist (vermutlich stammt er aus dem 4. oder 2./1. Jahrhundert  vor Christus).
Man kann hier auch die in dem auf das 18. Jahrhundert zurückgehenden Marrese- Palast eingefassten sinnlichen  Karyatiden bewundern, sowie die einfache Fassade des Lanzilao-Palastes; das Bossenwerk des Loffredo-Adorno Palastes (1568), einer der berühmtesten Paläste der Satdt. Die allegorischen Tierdekorationen der riesigen Balkone und die Ecksäulen im Palast Personè; der Jugendstil des wunderbaren Fensters und des mit Blumen bedeckten Balkons im Palast Casotti; und weiter: Palast Spada, Palast Costantni, Palast Gorgoni, Palast Della Ratta, Palast Brunetti
Und die vielen Paläste, Balkone und Verzierungen bewundernd, sind Sie langsam und unmerklich zum Juwel der Stadt gelangt: Piazza Duomo.

Der Domplatz

Der Domplatz – das ist eine in sich geschlossene und elegante Platzanlage, atemberaubend  bei Nacht, bezaubernd bei Tag.
Auf den Propyläen (Torbauten) am schmalen Eingang des Platzes  (die 1761 im Auftrag des Bischofs Alfonso Sozi Carafa erbaut wurden) befinden sich sechs große Statuen, die die Evangelisten darstellen.
Der Dom Santa Maria dell’Assunta (Grundsteinlegung 1144, 1230 neu erbaut) wurde zwischen  1659-70 auf Anordnung des Bischofs Pappacoda von Giuseppe Zimbalovöllig umstrukturiert und in seine heutige Barockform gebracht. Die Hauptfassade, die auf den kleineren Hof zeigt, ist mit ihrem Giebel ziemlich einfach dekoriert, aber die prachtvolle Seitenfassade, die sich gegenüber dem Propyläeneingang des Platzes befindet, ist sehr reich an Dekorationen und über zwei Geschosse angelegt. Der hohe Aufbau der Fassade zeigt im Zentrum den Stadtheiligen Oronzo und die beiden Heiligen Fortunatus und Justus. Die dreischiffige Basilika mit lateinischem Kreuz präsentiert sich in ihrem Inneren recht düster (in Ermangelung von Fenstern), bietet aber trotzdem eine Fülle an Altären, die den typischen Barockstil der Stadt widerspiegeln.
Das Hauptschiff und das Querschiff sind von einer wunderschönen, mit Gold verzierten Holzdecke überdacht, die auf das Jahr 1685 zurückgeht: hier sind Gemälde von Giuseppe da Brindisi eingefasst (die als Thema das Leben und das Martyrium des Stadtheiligen haben). Hinten in der Apsis kann man den wertvollen und prunkvollen Marmor- und Bronzehauptaltar bewundern. Oronzo Tiso (1730-1800), ein Künstler aus der neapolitanischen Schule, schuf die drei Gemälde im Chor wie z.B. das Hauptgemälde der Assunta (1759). Sehenswert auch die Krypta, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf den Resten einer mittelalterlichen Krypta geschaffen wurde und von 92 Säulen gestützt wird.
Zurück auf dem Domplatz, bildet das Episkopat (oder der Bischofspalast: Palazzo Vescovile) eine natürliche Fortsetzung der Hauptfassade des Doms. Es ist ein Werk des Architekten Emanuele Manieri aus dem 18. Jahrhundert (der Palast wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut, aber entsprechend dem herrschenden Stil von Manieri verändert):  eine elegante “Theaterkulisse”, die oftmals als Kulisse für Theateraufführungen benutzt wird. Auf einer hoch bossierten Grundfläche steht ein Bogengang, auf dem das Wappen des Bischofs Carafa (d.h. der Bischof, der dieses Gebäude hat erbauen lassen) thront. Einige Büsten von wichtigen Persönlichkeiten bereichern die Balustrade: im Zentrum befindet sich eine der ersten Uhren der Stadt, die von Domenico Panico im Jahre 1764 aus Lecce gebaut wurde, heute aber leider nicht mehr funktioniert.
Das Episkopat geht direkt in den Palazzo del Seminario über. Die Bischöfe Pignatelli hatten diesen Erweiterungsbau gegen Ende des 17. Jahrhunderts von Giuseppe Cino erschaffen lassen; der Palast wurde 1709 eingeweiht und von den Bürgern als “8. Weltwunder” gefeiert. Seine Fassade ist eine der schönsten Barockfassaden der Stadt: eine elegante Loggia mit drei Bögen über dem Portal und eine feine Schnitzerei um die Fenster der beiden Stockwerke herum. Aber das wahre Schmuckstück des Palazzo ist sein Innenhof: Im Schatten einiger Zitronenbäume und umgeben von hohen Arkaden liegt eine echte Perle des Lecceeser Barock: der berühmte Brunnen des “Giuseppe Cino”: ein mit Blumen- und Obstfriesen und –girlanden dekorierter Brunnen, auf dem eine weibliche Statue steht. Die Figur sieht aus, als ob sie auf dem schlanken Bogen tanzen wollte. Des weiteren finden Sie hier eine wunderschöne Barock- Privatkapelle für die Priester und kleinere Räume, in denen moderne religiöse Kunst ausgestellt wird.
Wenn Sie schließlich aus dem Seminar zurück auf den Domplatz hinaustreten, sehen Sie direkt gegenüber den mächtigen 68 Meter hohen Glockenturm (einer der höchsten freistehenden Glockentürme Europas!) , der mehr als 70 Meter hoch ist. Er wurde von dem Architekt Giuseppe Zimbalo zwischen 1661 und 1682 erbaut; er ist schlank und ist mit Balustraden, Pyramidenfialen und feinen Dekorationen verziert. Auf seiner Spitze befindet sich eine mit Majolika verzierte Kuppel, auf der der Stadtpatron Oronzo eine Fahne in der Hand hält.

Unterkünfte in Lecce oder in der Nähe:

B&B Antica Rimessa – Lecce

Villa Azzurra – Spiaggiabella

Villa Federica – Spiaggiabella

 

Top