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Nordapulien

ÜBERBLICK NORDAPULIEN

Die Altstadt von Vieste
Die Altstadt von Vieste

Die Provinz Foggia umschließt den gesamten Norden Apuliens, der offiziell in “Gargano” und “Tavoliere” unterteilt wird. Der “Tavoliere” umfasst das flache Tal im Westen der Provinz, der Gargano hingegen das dicht bewaldete, hügelige und ins Meer hinausragende westliche Gebiet. Außer der Hauptstadt Foggia gibt es nur zwei weitere größere Städte (Lucera und San Severo) in dem ansonsten bevölkerungsarmen, überwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Die grünen Weiden, die dichten Wälder des Naturschutzgebietes “Foresta Umbra” und die gelben Weizenfelder stechen stark von der übrigen Landschaft Apuliens ab. Mitten in dieser Naturfülle trifft der Besucher dann auf großartige Zeugnisse der Vergangenheit, vorrömische und römische Siedlungen, mittelalterliche Burgen, Kirchen und Klöster, Zeugnisse der tiefen Religiösität der Bewohner.

KIRCHEN, KLÖSTER UND HEILIGE

In Monte Sant’Angelo, im Herzen des Gargano in 796 Meter Höhe gelegen, befindet sich eines der ältesten christlichen Heiligtümer Europas. In einer unterirdischen Grotte soll im 5. Jahrhundert mehrmals der Erzengel Michael erschienen sein. Aufgrund der vielen Pilger, unter denen sich seit dem 9. Jahrhundert auch Päpste und Kaiser befanden, wurde eine einzigartige Kirche geschaffen, die sich über der Grotte erhebt. Ein 27 Meter hoher, oktagonaler Turm und eine gotische Fassade zeigen von weitem dem Gläubigen den Weg zur Grotte an. In der jüngsten Vergangenheit wurde aber San Giovanni Rotondo das Ziel der Gläubigen: hier lebte und wirkte der Kapuzinermönch Padre Pio, 2003 heilig gesprochen. In dem Ort, 1093 von den Normannen gegründet, gibt es seit 2004 die von dem Architekten Renzo Piano eingeweihte neue Kirche, die 50.000 Pilgern Platz bietet. In Troia hingegen steht die (1039 konstruierte) bekannteste romanische Kirche Apuliens mit einem Bronzetor aus dem 12. Jh., einer herrlichen Fassade und im Innern ist sie von 13 Säulen gestützt, die Jesus und die 12 Apostel symbolisieren sollen. Bei Manfredonia findet sich ein weiteres Beispiel romanisch-apulischer Baukunst: das aus dem 11. Jh. stammende Heiligtum “Santa Maria Maggiore di Siponto”, auf den Resten einer vorchristlichen Krypta errichtet und seltsamerweise quadratisch konstruiert. Ein Zeugnis aus einer anderen Bauperiode wurde sogar zu einem Nationalmonument erklärt: die Kathedrale von Lucera. Aus dem 14. Jh., ist sie in gotisch-byzantinischem Stil erschaffen und bewahrt in ihrem Innern Fresken aus dem 17. Jahrhundert. Bei Apricena schließlich existieren die Reste des von den Langobarden gegründeten Konvents “San Matteo in Lamis”, das aufgrund seiner kompakten Bauform eher an eine Festung erinnert.

DIE TREMITI-INSELN

Die Tremiti-Inseln (etwa 400 Einwohner) liegen ca. 22 Kilometer vom Festland entfernt und bestehen aus drei Inseln: San Dominio, Capraia und San Nicola. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche, unbewohnte Klippen. Vulkanischen Ursprungs, wurden die Inseln in der Antike als Verbannungsort und in der Neuzeit als Gefängnis verwendet. Der Sage nach soll Diomedes hier auf seiner Rückkehr aus Troja gestorben sein. Die Inseln – heute Naturschutzgebiet mit einzigartigen Korallen, Grotten und Meerestieren – erreicht man zur See von Termoli, Rodi Garganico, Vieste, Peschici und Manfredonia; mit dem Helikopter von Foggia. Die größte Insel, San Domino, (2,8km Länge, 1,7km Breite) ist von einem dichten Pinienwald bedeckt. Auf San Nicola erhebt sich eine Benediktinerabtei aus dem 15. Jahrhundert mit mächtigen Befestigungswerken.

DER NATURSCHUTZPARK

Der Park, 121.118 Hektar groß, ist ein Paradies für Naturliebhaber: hier finden sich allein über 60 Orchideenarten, über 300 Tierarten wie die nur hier lebende Steinbockart „capriolo garganico“; Füchse, Bären, Wildkatzen und eine riesige Baumvielfalt. Wunderschöne Ausblicke auf das Meer, 1000 Meter hohe Erhebungen und zwei Seen (ein Süßwasser- und ein Salzwassersee) laden dazu ein, den Park auf einem der vielen Wanderwege zu erforschen.

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