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Weine aus Apulien

Weine aus Apulien: garantiert hohe Qualität

Ein voller Weinkeller beruhigt die Nerven
Ein voller Weinkeller beruhigt die Nerven

Salento – von der Sonne verwöhnter Wein

Die Weinbaukunde hat im Salent eine über tausend Jahre alte und wichtige Geschichte: Apulia wurde für die Weinkeller des ganzen Römischen Reiches verwendet. Aber nach dem Untergang des Römischen Reiches wurden viele Produktionsstätten geschlossen. Danach bewahrte nur das Weinbedürfnis während der Feiertage die Weinreben vor einem völligen Niedergang. Mit der Zeit interessierten sich die Weinerzeuger aus dem Salent nicht mehr für die Qualität, sondern für die Quantität und widmeten sich der Produktion von starken und vollen Weinen, die in anderen Regionen den dort  produzierten Weinen hinzugesetzt wurden. Die Weine aus dem Salent wurden erst vor ein paar Jahren wieder als Tischwein benutzt. Aber nun wurden in den letzten Jahren, dank einem erneuerten Interesse der Weinerzeuger, sehr wichtige Resultate im Bereich der Weinproduktion erreicht, vor allem in einigen bestimmten Anbaugebieten am Ionischen Meer: Salice, Leverano, Copertino, Nardò, Alezio, Matino. Dank dem besonders trockenen und heißen Klima, das die Weintrauben vor Schimmel und Parasiten bewahrt, dank der einzigartigen Struktur des Bodens und der zunehmenden Bedeutung der Weintraubensorten  wie Malvasia, Negroamaro, Aleatico und Primitivo, sind heutzutage viele Rotweine aus dem Salent in ganz  Europa geschätzt. Einige berühmte Weinerzeuger sind: Taurino, Leone de Castris (der älteste Weinerzeuger), Candido, Conti Zecca, Vallone, Cantele, Calò aus Alezio und Calò aus Tuglie.

Im Salent werden auch sehr gute Weißweine produziert, deren Alkoholgehalt und deren Weintrauben von sehr hoher Qualität sind. Auf jeden Fall sind die besten Weine, die hier produziert werden, die Roséweine: diese sind sehr schön gefärbte Weine, die auch geschmackvoll sind und stark nach Quitten riechen.

Weil Süßes im Salent reich und sehr geschätzt ist, ist der beste Wein dazu die Sorte „Aleatico“, die in Novoli produziert wird. Die Trauben des weißen Malvasia werden auf Rohrregalen unter der Sonne getrocknet und sobald sie trocknen, wird der Wein zubereitet: das ist der „Passito“ – Wein.

Wenn Sie typische Weine aus dem Salent probieren möchten, ist der am besten sortierte Weinkeller in der ganzen Stadt Lecce die Compagnia dei vignaioli (via F. Rubichi, 2), wo Sie sowohl zum Entdecken der besten Rotweine aus dem Salent als auch einiger Merkwürdigkeiten beraten werden. In einem sehr alten Palast aus dem 17. Jahrhundert liegt die Weinprobierstube Piceci, wo Sie 250 Weine und Käsesorten probieren können, von denen 50 in Apulien produziert werden (die anderen sind aus Italien, Frankreich und Kalifornien). 

Wein rund um Castel del Monte

Die Winzer im Anbaugebiet Castel del Monte könnten sich die Haare raufen. Die Kollegen im südlichen Apulien haben sie mit ihren Rebsortenweinen Negroamaro und Primitivo doch glatt hinter sich gelassen. Dabei besitzt die Region mit dem Castel del Monte das plakativste Bauwerk der ganzen Region. Es ist auf einer Höhe mit dem schiefen Turm von Pisa und auch eines mit einer fast mystischen Aura. Mit der achteckigen Burg wollte sich der Stauferkaiser Friedrich II. in höhere Gefilde schwingen. Und auch die Winzer würden nur zu gern endlich abheben und zeigen, was in ihren Rotweinen steckt.

Wein im Zentrum Apuliens

Das Gebiet im Hinterland der Stadt Bari ist riesig. Die meisten Weinreben wachsen jedoch in der Umgebung von Andria im nördlichen, etwas tiefer gelegenen Teil des Gebietes auf Kalk­ und Tuffsteinböden, wo auch Olivenbäume und Weizen angebaut werden. Südlich des Kastells beginnt das Hochplateau der Murge, das zwar mit seinen 300 Höhenmetern nicht wirklich hoch ist; in der Gegend ist der Boden aber viel steiniger und karger. Die Voraussetzungen für den Weinbau sind gut, Land ist preiswert zu haben. Dennoch hat es keine Schar von Investoren angezogen, sondern nur einen sehr bekannten Toskaner, den Marchese Piero Antinori, der neben dem Traditionsbetrieb der Gegend, der Cantina Rivera, den Ton angibt. Dritte Kraft ist die private Kellerei Torrevento.

Nero di Troia ist die No. 3 nach Primitivo und Negroamaro

Mit den einheimischen Weißweinsorten Pampanuto und Bombino Bianco konnte man in dem Anbaugebiet international keinen Blumentopf gewinnen. Geeigneter ist das Klima für rote Rebsorten − und davon gibt es eine ganze Reihe. Zum  Beispiel Montepulciano und Aglianico, mit denen die Winzer in den Nachbarprovinzen groß herauskommen und Nero di Troia, auch Uva di Troia genannt, die hier eine große Rolle spielt. Sie prägt nämlich den Rotwein des Anbaugebietes  Castel del Monte und wird von den Winzern gerne in den Vordergrund gestellt. „Primitivo und Negroamaro sind zwar bekannter, doch Nero di Troia ist besser“, sagt zum Beispiel Sebastiano de Corato von der Cantina Rivera, „weil sie am spätesten von allen reift.“ Diese längere Vegetationsperiode ist vorteilhaft für die Aromenbildung. Außerdem bringt die Nero di Troia die kräftigsten Gerbstoffe mit, das garantiert langlebige Weine. „Und im Alkohol schießt sie auch nicht übers Ziel hinaus“, schwärmt Sebastiano. Das ist besonders im Süden ein Vorteil, unter der heißen Sonne entstehen nämlich gerne mal zu schwere Tropfen. Für den maßvollen Alkoholgehalt nimmt man dann auch gerne in Kauf, dass Geschmack und Duft der Uva di Troia nicht so deutliche Konturen zeigen wie beim Negroamaro oder Primitivo.

Im heißen Apulien – Der Weißwein ist knapp

Apulien ist ein Rotweinland, doch inmitten der wilden Roten gibt es ein kleines Städtedreieck, in dem sich einige Weißweinsorten wohlfühlen. Zum Beispiel im Trulli­Gebiet zwischen den weißgetünchten Städten Ostuni, Martina Franca und Locorotondo, das dem Anbaugebiet den Namen gibt. Hier wachsen die lokalen Spezialitäten Verdeca, Fiano Minutolo und Bianco di Alessano. Erst vor zehn Jahren hat der Weinmacher Pasquale Carparelli, der selbst eines dieser Zipfelmützenhäuser besitzt, die interessanteste Sorte, Fiano Minutolo, in den Weinbergen gefunden, vermehren lassen und neu ausgepflanzt. Einige andere Winzer folgten diesem Beispiel. Die recht kleine Menge an Fiano Minutolo hat sich dadurch nicht entscheidend vergrößert − und das dürfte sich auch in Zukunft nicht ändern.

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