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Zentralapulien

ÜBERBLICK ZENTRALAPULIEN:

Castel del Monte
Castel del Monte

Der zentrale Teil Apuliens kann in mehrere Zonen unterteilt werden: zum einen gibt es das nördlich gelegene Gebiet mit Bari und seiner Provinz. Obwohl reich an moderner Industrie und mit einer hohen Bevölkerungsdichte, vermittelt diese Zone dennoch einen mittelalterlichen und bäuerlichen Flair dank des weiten Ackerlandes, den Olivenbaumplantagen und den vielen historischen Gebäuden und Städten. Der südlichere Teil hingegen umfasst die Provinzen Brindisi und Taranto, weltweit bekannt als das „Land der Trullis“, deren weiße Kuppeln zwischen Weinbergen und Zitronenbäumen weit sichtbar sind. Hier beginnt man schon den Einfluss des Barocks zu spüren, der dann im Salent seinen Höhepunkt erreicht. Stark geprägt durch das Meer, fühlt der Besucher sich in andere Zeiten versetzt, wenn er Masserien besucht und Städte römischen (Brindisi) und spartanischen Ursprungs (Taranto) besichtigt…

EINE REISE IN DIE VERGANGENHEIT:

Das Zentrum Apuliens gleicht einem Museum, dessen größten Schätze im Archäologischen Museum von Tarent aufbewahrt sind. Die von den Griechen gegründete Hafenstadt ist voll von Resten seiner glorreichen Vergangenheit. Gleiches gilt für Bari, Hauptstadt Apuliens und Pilgerziel für Gläubige seit 1087: In diesem Jahr wurden die Reliquien des Heiligen Nikolaus nach Bari überführt, wo sie im prächtigen Dom romanischen Stils in der von 28 Säulen getragenen Krypta ruhen. Eine andere, einzigartige, direkt am Meer gelegene Kirche aus dem 11. Jh. befindet sich in Trani, Ausgangshafen für Pilger und Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem. Wenige Kilometer entfernt befindet sich Barletta, berühmt u.a. für die Kolossalstatue eines oströmischen Kaisers und die “Disfida”, ein Historienfest, das die ganze Stadt in eine mittelalterliche Festung verwandelt. Zwischen Burgen und Kastellen gelangt man über Ruvo di Puglia (besuchenswert das Jatta-Museum mit Keramiken aus dem 5.-3.Jh.v.Chr.) endlich in das Tal der Trullis mit seiner “Haupstadt” Alberobello. Über das zwischen Meer und Olivenbäumen gelegene Ostuni (s. oben) bzw. Fasano und das mit konzentrisch verlaufenden Straßen erbaute Locorotondo gelangt man nach Martina Franca, das eine herrliche barocke Altstadt mit herrlichen Toreingängen und Balkonen besitzt. Und unterwegs, zwischen all diesen Besonderheiten, kann man in einer der über 1000 Masserien Halt machen und die gesunde und natürliche Küche Apuliens geniessen…

ALBEROBELLO

Die Ansiedlung von Alberobello, im 15. Jahrhundert von der Familie Acquaviva gegründet, ist das bedeutendste Beispiel in Europa für eine Bautechnik, die sogar bis auf die Steinzeit zurückzuführen ist. Die Trulli werden ohne Mörtel oder andere bindende Stoffe gebaut. Benutzt werden nur natürlich belassene Steine. Der Name der Stadt stammt von „Silva arboris belli“ (Wald des Kriegsbaumes), einem Wald, von dem heute nur noch wenige Überreste vorhanden sind. Die beiden Viertel Monti und Aia Piccola bestehen vollständig aus Trulli, die sich hügelaufwärts einander reihen. Insgesamt sind es mehr als 1000, einige von ihnen stammen noch aus dem 17. Jahrhundert.

Entlang den gepflasterten Straßen erheben sich die weiß gekalkten Trulli mit ihren grauen, konischen Dachkuppeln, die sich wiederum stark von dem blauen Himmel abheben. Sieben Straßen führen zur Hügelspitze, wo sich die einmalige Trulli-Kirche Sant’Antonio befindet. Dahinter liegt der sog. „Herrschertrulli“, der einzige, der zwei Stockwerke besitzt.

DAS ITRIA-TAL – EIN LAND WIE AUS 1001 NACHT

Die erste Fahrt durch das hügelige, roterdige, mit Olivenbäumen und Eichenbäumen überwachsene, mit grauen Kalksteinen überflutete und mit kalkweiß gestrichenen Behausungen übersäte Gebiet erscheint einem wie ein Besuch im Fantasy-Park. Überall schauen die Wipfel der verstreut liegenden Trulli aus dem Grün der Landschaft heraus, die seit dem 16. Jahrhundert die Landschaft prägen. Angenehm frisch im Sommer, warm im Winter, sind die Trulli Zeugnis einer architektonischen Meisterleistung aus längst vergangenen Zeiten. Aber auch die Natur ist Anziehungskraft für Touristen aus aller Welt: Martina Franca ist die „Kulturhaupstadt“ des Itria-Tals wegen seiner barocken Altstadt. Locorotondo hingegen ist die „Weinhauptstadt“, wo seit über 30 Jahren Spitzen-Weißweine produziert werden. Aberobello schließlich ist die „Hauptstadt der Trulli“, in der sich mehr als 1000 dieser Bauten befinden und dessen Zentrum von der UNESCO seit 1996 als Kulturerbe der Menschheit anerkannt wird.
Seit der Steinzeit verbinden Wege die West- mit der Ostküste, vorbei an Fasano und seinem Hügel „Selva“, vorbei an der „weißen Stadt“ Ostuni, von weitem sichtbar mit seinen weißen Häusern, die sich auf einem weit sichtbaren Hügel dicht um die Kathedrale des Ortes drängen, hin zu riesigen Olivenbaum-Plantagen und den feinen Sandstränden an der Küste, die sich bis nach Brindisi zieht.
Das Land rund um Brindisi wiederum ist hügelig und viele Städte geben hier Zeugnis von dem Volk der Messapier, auf die Ortschaften wie Mesagne, Oria und Ceglie Messapica zurückgehen. Sie sind aber vor allem für die enormen Kastelle aus der Normannen-, Staufer- und Anjouzeit stammen. Vor allem hier kann man ständig auf unterirdische Krypten aus der byzantinischen Zeit und auf die befestigten Gutshöfe (Masserien) treffen.

 

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